Kleine Estim-Gerätekunde

Mit schöner Regelmäßigkeit erreichen mich Anfragen zur Elektrostimulation. Zumeist geht es dabei darum, welche Tens/EMS-Geräte ich empfehlen kann. Die Antwort darauf ist immer etwas problematisch, denn der Markt bei solchen Geräten ist im ständigen Wandel begriffen. Schaut Euch dazu nur einmal das wirklich umfangreiche Angebot an. Meine Erfahrung dabei sieht so aus: Ein Gerät, das gestern noch sehr gut war, ist heute bereits nicht mehr lieferbar und wird morgen durch ein anderes Modell ersetzt. Daher ist es eigentlich auch fast schon egal, für welches Modell Ihr euch entscheidet. Es muss nicht immer das angesagte Markengerät sein, denn mitunter sind No-Name-Produkte sogar leistungsfähiger und zugleich um Klassen preiswerter. Aber es gibt ein paar Kleinigkeiten, die Ihr beim Kauf unbedingt beachten solltet. Hier liefere ich Euch daher mal eine kleine Gerätekunde.

Kabel und Elektroden: Kabel und Elektroden sind echte Verschleißteile. Ihr werdet sie daher mehr oder weniger regelmäßig (hängt selbstredend von der Benutzungshäufigkeit ab) ersetzen müssen. Wichtig ist dabei, dass Ihr den Ersatz von unterschiedlichen Herstellern und eben nicht nur von einem Lieferanten erhalten könnt, denn das wirkt sich enorm auf den Preis aus. Noch wichtiger ist aber, dass gerade dieses Zubehör bereits vorgibt, über welche Anschlüsse das Steuergerät verfügen muss.

Anschlüsse: Ich persönlich favorisiere geräteseitig unangefochten den kleinen, runden und zweipoligen Mystim-Anschluss, denn der ist weit verbreitet (z. B. bei Mystim, IBP, Nature Gate, inno, axion, Hydas usw.), klein und handlich und wird hinsichtlich seiner Haltbarkeit nur noch von den doch eher klobig wirkenden 4mm-Bananensteckern übertroffen. Außerdem gibt es beim Mystim-Anschluss das meiste direkt verwendbare Zubehör. Danach könnte man noch die 3,5mm-Klinkenstecker mit in die engere Wahl nehmen, aber deren Haltbarkeit ist nicht so gut und da muss gar nicht mal so selten schon mit für Wackelkontakte anfälligen Adaptern gearbeitet werden (und „Wackler“ im Verlauf einer Estim-Session sind einfach nur entnervend abtörnend!). Andere (eckige!) Anschlüsse könnt Ihr gleich liegen lassen. Damit habe ich auf die Haltbarkeit bezogen durchweg nur schlechteste Erfahrungen gemacht. Die taugen gar nichts! Derartige Anschlüsse werden gerne bei semiprofessionell-medizinischen Steuergeräten eingesetzt. Das andere Kabelende sollte immer auf 2mm-Pins enden, weil das eigentlich der Quasi-Standard schlechthin für die gesamte Zubehörpalette ist.

Steuergerät: Das Steuergerät sollte, wie oben bereits ausgeführt, die kleinen, runden Mystim-Anschlüsse aufweisen. Das ist die mit Abstand beste Lösung. Doch es gibt noch mehr Anforderungen. Einkanalgeräte könnt Ihr liegenlassen; zwei Kanäle sind die Mindestausstattung, die vorhanden sein sollte. Allerdings sind wiederum zwei Zweikanalgeräte einem Vierkanalgerät gegenüber zu bevorzugen, nicht zuletzt aufgrund der dann eben doppelt so großen Batterielaufzeit, sondern gerade auch wegen der größeren Vielfalt an miteinander kombinierbaren Programmen. Hinsichtlich der Programme gilt die Regel „je mehr desto besser“ und erfahrungsgemäß stellen 7 Programme das Minimum dessen, was gebraucht wird, dar. Die Laufzeit der Programme sollte nicht zu kurz bemessen sein. D. h. der Timer des Steuergerätes sollte eine Stunde schon unterstützen; nach nur 30 Minuten neu starten zu müssen ist zwar noch akzeptabel, aber eben manchmal auch nervig. Nun steht noch die Entscheidung an, ob es sich um ein größeres, stationäres (z. B. Erostek) oder um ein kleines und portables Gerät handeln soll. Die größeren Geräte sind lustvoller (aber auch deutlich teurer, ein paar hundert Euro) und die Kleingeräte gestatten es, die Elektrostimulation unerkannt und überall jederzeit genießen zu können. Auch ganz subtil unter der Kleidung. Ich bevorzuge daher solche Kleingeräte.

Stromversorgung: Was ich hier zu sagen habe, das bezieht sich ausschließlich auf die o. e. Kleingeräte. Ich habe sowohl Geräte mit herkömmlichen Batterien wie auch mit 9V-Blocks ausprobiert. Die Letztgenannten erscheinen mir sinnvoller, weil sich da die meiste Leistung rausziehen lässt. Geräte mit herkömmlichen Batterien verwenden fast immer eine Reihenschaltung der Stromversorgung um auf die erforderliche Betriebsspannung zu kommen und mit der Leistung ist es dann nicht mehr sonderlich weit her. D. h. ca. eine Stunde an Betriebsadauer wird nicht immer durchgehalten. Ein Kleingerät mit 9V-Block benötigt zwei Stunden um die herkömmliche Alkalibatterie zu leeren. Das wird teuer. Doch man kann die Batterien durch 9V-Akkus ersetzen, die sich ja zigmal wieder aufladen lassen. Die halten dann zwar nur eine Stunde lang durch, aber mit hinreichend vielen Ersatzakkus stellt das kein Problem dar und schont den Geldbeutel. Bei den Akkus solltet Ihr auf so genannte Hochleistungsakkus achten, die auch wirklich annähernd 9V Spannung abgeben (typisch sind da ab 8,4V aufwärts – niemals darunter!). Eingebaute Akkus könnt Ihr übrigens vergessen, weil kein Akku ewig hält. Ist der eingebaute Akku hinüber, dann ist i. d. R. auch das Steuergerät ein Fall für den Schrott.

Zubehör: Reichhaltiges Zubehör in Form von Elektroden, Kabeln und Adaptern liefert der Erotik-Fachhandel, aber selbst bei Amazon werdet Ihr schnell fündig. Bei kleinen, punktförmigen Elektroden besteht bereits nach nur einer Stunde an Behandlungsdauer die Gefahr der Bildung von Strommarken, welche erst binnen drei Wochen langsam wieder abheilen. Mit einem guten Elektrodengel werden solche Spuren überdeutlich vermindert oder sogar ganz vermieden (kommt auf die Elektroden an), so dass auch die fast unerträglich lustvolle Zwei-Stunden-Session durchaus realisierbar wird.

Nimmt man all das jetzt zusammen, dann resultieren nur noch folgende Anforderungen an das Estim-Steuergerät:
– Portabel und mit einem 9V-Block betrieben, welcher sich durch einen Akku ersetzen lässt.
– Möglichst mindestens 1 Stunde an Beriebsdauer, 7 Programme und 2 Kanäle, davon im Idealfall aber 2 Geräte.
– Mystim-Anschlüsse.
Wenn Ihr diese drei Punkte bei der Suche nach Tens/EMS-Geräten zu euren Kriterien macht, dann gibt letztlich nur noch der Preis den Ausschlag. Der variiert allerdings in einem sehr großen Bereich. Das fängt für vergleichbare Geräte mit 25€ an (No-Name-Produkte) und geht bis hin zu ungefähr 150€ (geprüfte Medizinprodukte). Einen bemerkenswerten Unterschied hinsichtlich der Elektrostimulation gibt es dabei aber nicht. Den eigentlichen Unterschied machen nämlich die Elektroden aus. D. h. je kleiner sie von der Fläche her sind, desto weniger wird der Stromimpuls verteilt und desto eher „kneifen“ sie – was aber an den richtigen Stellen durchaus sehr reizvoll sein kann. Aber bitte unbedingt die Sicherheitshinweise beachten!

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