Nicole

Ich habe mich auf ein waghalsiges Experiment eingelassen. Es begann bereits im Mai, also kurz nach meinem letzten Beitrag. Damals lernte ich Nicole kennen. Sie ist sexsüchtig, bi und dominant. Sie bot mir an, mich binnen eines Jahres zur perfekten Sklavin auszubilden. Nach Abschluss der Ausbildung kann ich entscheiden, ob ich Sklavin bleiben will. Und auch wie lange das der Fall sein soll. Nun hatte ich in der Vergangenheit ja bereits hin und wieder mal Erfahrungen mit dem devoten Part gesammelt, aber eben doch noch niemals über wirklich lange Zeiträume. Das reizte mich ungemein; ich war wirklich ausgesprochen scharf darauf! Zudem verfügt Nicole noch über das gewisse Etwas, das ich an Frauen so mag. Ich sagte zu, nachdem ich lange darüber nachgedacht hatte. Ob ich das, was ich bei Nicole erlebt habe (und wohl noch erleben werde) jemals zu Papier (bzw. auf einen Datenträger) bringe, weiß ich noch nicht. Das hängt von ihrer Erlaubnis ab. Zuerst jedenfalls verbot mir meine neue Herrin jegliche Internetaktivitäten, damit ich mich voll und ganz auf meine Ausbildung konzentrieren kann. Deswegen habt ihr auch so lange nichts von mir gehört. Jetzt hat sie mir befohlen, einen Beitrag darüber zu schreiben, wie ich sie sehe – aber aus der Perspektive eines ihrerseits dominierten Mannes. Schwierig! Doch ich versuche es mal. Hier ist die Geschichte und ich hoffe, dass meine Herrin mit mir zufrieden ist.
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Nicole

Ich soll also etwas von mir erzählen, ja? Du willst etwas über mich erfahren? Du nickst. In Ordnung, sollst du. Es könnte dich allerdings schockieren. Du musst dir also sehr gut überlegen, ob du auf die Dauer mit mir zusammen bleiben willst, denn ich werde deinetwegen mein Leben keinesfalls ändern! Einverstanden? Du nickst. Gut, dann fange ich mal an.

Man nennt mich Nicole. Ich bin 37 Jahre alt und das, was von euch Männern als sehr gut aussehend und sexy bezeichnet wird. Ich bin eine Jägerin. Wenn ich mich auf die Jagd begebe, dann lege ich meine Jagdkleidung an – glänzendes Nylon auf den Beinen, darüber ein zwar alles verdeckendes, doch zugleich auch leicht transparentes und alles schwach zeigendes Minikleid mit tiefem Ausschnitt und viel nackter Haut. High-Heels sowieso, das versteht sich von selbst. Oder eben manchmal auch Stiefel. Auf diese Weise errege ich Aufsehen und genau das will ich ja auch. Denn ich bin eine von den zehn Frauen, die etwas anders sind.

Ich bin bi, zumeist dominant und sexsüchtig. Ich liebe es, wenn sich Dopamin, Serotonin und Adrenalin in meinem Körper vereinen, um dem sexuellen Erleben den richtigen Kick zu geben. Das ist mein Part als Domina. Manchmal – selten! – wechsle ich aber auch in die devote Rolle. Ich genieße es dann, in den Subspace abzutauchen und zu spüren, wie die Endorphine einschießen, wie sie die Intensität meiner Gefühle erhöhen. Derartiger Sex ist mein Lebensinhalt. Um Vanillas mache ich meist einen Bogen. Oder ich bekehre sie zu SM bzw. BDSM. Die Euphorie einer Sexsession hält ungefähr einen Tag lang vor; anschließend kommt das widerliche Gefühl der Leere und ich mache mich wieder auf die Suche nach einem neuen Erlebnis. Der Partner oder die Partnerin sind mir dabei ziemlich egal, solange ich nur selbst auf meine Kosten komme. Oftmals kenne ich nicht mal ihre Namen!

Zumeist sind es dann auch One-Night-Stands, teils wirklich exzessiv, weil mir keine sexuelle Praktik fremd ist. Hinterher gehen der Mann oder die Frau und ich sehe sie nie mehr wieder. Eben Sex ohne Verpflichtungen, just for fun. Doch es existieren zumindest bei den Männern auch ein paar ganz wenige, sozusagen handverlesene Ausnahmen. Das ist sogar wörtlich zu nehmen. Bei diesen Männern handelt es sich um Menschen, die mir sehr sympathisch waren und die mich wirklich verstanden haben. Bei Zweien von ihnen habe ich selbst Hand angelegt und sie an mich gebunden, und zwar mit Hilfe von Peniskäfigen. Sie können gar nicht mehr anders als regelmäßig zu mir zurück zu kehren. Sie müssen es sogar, wenn sie ihre Erfüllung finden wollen. Mir selbst beschert das so ein kleines, beständiges und sehr intensives Machtgefühl im Hinterkopf: Ich bin und bleibe ihre Schlüsselherrin!

Es ist ja nicht so, dass ich meinen kompletten Lebensunterhalt als Domina verdiene. Aber doch einen beträchtlichen Teil. Sogar den mit Abstand größeren Teil. Nominal bin ich nur eine kleine Angestellte in einem großen Unternehmen, eine graue Maus. Halbtags, jeden Tag fünzig Kilometer hin und fünfzig Kilometer zurück. In meinem kleinen Büro hocke ich allein, ohne Kundenkontakt. Daher ist die Gefahr, dass mich jemand korrekt geschminkt und aufgeilend gekleidet wiedererkennt, wenn ich auf die Jagd gehe, auch denkbar gering. Die Jagd: Das ist überall der Fall. Mal eine Bar oder in einem Café. Mal draußen bei einer Wanderung. Bei einem Konzert oder im Zug usw. Ich nutze jede Gelegenheit. Solange ich keine bestellten Hausbesuche mache – die ich mir im Übrigen sehr gut bezahlen lasse – und mir mein Opfer selbst aussuche, befleißige ich mich jeder nur möglichen Form von nonverbaler Kommunikation.

Ich lasse es blitzen, lecke wolllüstig über meine blutroten Lippen, kokettiere, greife in den Schritt, rücke meinen prächtigen Busen in Positur, mache mein Gegenüber mit gespreizten Schenkeln und mit gekonntem Hüftschwung verrückt, lasse den ohnehin etwas kurzen Rock um eine Winzigkeit zu hoch rutschen und die Strapse erkennen, schiebe mir aufreizend langsam einen Lolli zwischen die vollen Lippen. Ist mein Opfer erst einmal auf mich abgefahren, dann bin ich wie die Spinne im Netz und lasse ihm keine Chance mehr. Ich bin es selbstverständlich auch, die den Preis für unser beider Vergnügen festlegt. Wie hoch der ausfällt hängt allerdings davon ab, wie wohlhabend ich mein Opfer einschätze. Ein mir gefallender, armer Schlucker bekommt’s auch schonmal kostenlos. Hauptsache, ich habe meinen Spaß dabei!

Wir begeben uns im Anschluss grundsätzlich zu mir, denn in einer separat gemieteten Wohnung – meine „Zweiteinkünfte“ gestatten mir einen derartigen Luxus – habe ich ein kleines BDSM-Studio eingerichtet. Eine Frau wird von mir instinktiv auf die richtige Art behandelt, denn nur eine Frau kann wirklich nachvollziehen, was eine andere Frau fühlt und tatsächlich begehrt. Bei den Männern ist das schwieriger und deswegen trachte ich immer danach, deren weibliche Seite herauszukitzeln. Jeder Mann verfügt über eine weibliche Seite. Einige mehr, einige weniger. Die mit einer ausgeprägten weiblichen Seite sind mir am liebsten, denn sie neigen zum Fetischismus, bspw. in Form von Damenwäsche, und ein Fetischist weiß immer ziemlich genau, was er will. Solche Menschen lassen sich ganz besonders leicht und korrekt einschätzen. Bei denen versuche ich auch immer, sie zu Stammkunden zu machen. Außerdem sind Fetischisten sexuell toleranter, denn sie wissen, dass es zahllose Spielarten des Sex gibt, die der tabubehaftete Normalbürger ablehnt. Sie sind dem gegenüber wesentlich aufgeschlossener und verurteilen niemanden. Auch deswegen mag ich Fetischisten ganz besonders.

Meine Leidenschaft ist zwanghaft und sie gibt mir den Kick gegen die Langeweile des Alltags, gibt mir das Gefühl, lebendig zu sein. Dann bin ich nur Körper, nur Lust, nur Verlangen. Ich liebe es, wenn ich in einen Raum komme und die Aufmerksamkeit auf mich ziehe; ich liebe die Zuwendung, die mir zuteil wird und genieße sie. Es törnt mich an, dass ich andere antörne, denn auf diese Weise kann ich Macht über sie ausüben – etwas, das mir im Alltag komplett fehlt. Mein wild-ungezügeltes Sexleben mit vielen Partnern und auch Partnerinnen ist der Gegenpol des tristen, biederen Alltags und ohne diesen Gegenpol kann ich nicht leben.

Ich lege sehr viel Wert auf mein Outfit; auch wenn es teuer und auffällig ist. Aber es dient dazu, meiner Leidenschaft nachzugeben. Ich sehe in meiner unstillbaren Leidenschaft die treibende Kraft in meinem Leben. Es gibt Menschen, die denken alle fünf oder zehn Minuten an Sex. Ich denke andauernd an Sex. Ich will es mit verschiedenen Leuten tun. Ich liebe es, wie unterschiedlich sie sich anfühlen, wie unterschiedlich sie sich verhalten, sie riechen und sie schmecken. Ich brauche das einfach. Je intensiver, desto besser! Deswegen stehe ich auch auf SM und BDSM. Es ist wie ein Drogenrausch, wenn die Endorphine einschießen. Streng genommen handelt es sich ja auch sogar um einen Rausch und ich will immer mehr davon. Mir ist durchaus bewusst, dass ich mich dabei auf einem gefährlichen Weg befinde.

Ich versuche herauszufinden, wie weit ich gehen kann und überschreite meine Grenzen, um sie weiter nach hinten zu verschieben. Dann befinde ich mich in einer anderen Sphäre des Empfindens. Ich lebe für diese Momente, in denen es um Lebenskraft und Intensität geht. Bevor ich Sex habe, hatte ich schon vorher Phantasien und in meinem Kopf steht dann bereits der gesamte Verlauf der Session. In meiner Gegenwart wird es nie langweilig; Schnelligkeit und kreative Impulsivität entfachen mein Feuer. Dabei geht es darum, sich gegenseitig zu spüren, ein Geben und Nehmen und ich liebe den körperlichen Kontakt. Es ist sehr befriedigend, die Energie zwischen zwei Menschen fließen zu spüren und ich werde immer jemanden dominieren oder dominiert werden oder SM-Spiele machen. Ich spiele einfach gerne und mag es ausgefallen.

Ich habe mit der Gesellschaft gebrochen und seither fühle ich mich frei wie ein Vogel. Ich lebe mein geheimes Leben und genieße die sexuelle Macht. Wenn ich keinen Sex habe, dann bin ich rastlos. Ich habe Sex, um alles in mir herauszulassen – es ist wie eine ekstatische Hypnose; ich befinde mich in einem Rausch. Ich hoffe nicht mehr darauf, dass ein Partner oder eine Partneroin bei mir bleiben. Ich nehme mir die Partner, die ich will und brauche. Deswegen bin ich zur Schlüsselherrin geworden. So, nun hast du meinen Standpunkt gehört – du, der du fixiert und geknebelt wehrlos vor mir stehst und allen meinen Gelüsten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert bist. Du, der du vom Alter her mein Sohn sein könntest – doch ich mag junge, unverbrauchte und leistungsfähige Männer. Gerade wegen ihrer Leistungsfähigkeit und Formbarkeit. Daher frage ich dich: Willst du der dritte Mann in meinem Leben werden?

Ich werde dich dann verschließen. Du wirst dich selbst nicht mehr anfassen können und mir deine Sexualität überantworten. Nur ich allein kann dir dann noch Befriedigung verschaffen. Nur ich werde entscheiden, wann, wie oft und auf welche Weise du zum Orgasmus gelangst. Ich werde es dann sein, die deine Sexualität in bestimmte Bahnen lenkt. Du wirst dabei Praktiken kennenlernen, an die du in Anbetracht deiner Jugend noch nicht einmal im Traum gedacht hast. Und du wirst lernen, sie zu genießen. Ich werde dich allerdings nicht ewig an mich binden. Aber doch so lange, wie es mir gefällt – Wochen, vielleicht sogar Monate oder auch Jahre. Wenn ich dich aus meinen Diensten entlasse, dann wirst du ein anderer als heute sein. Bist du damit einverstanden? Bedenke, dass es kein Zurück mehr gibt. Also entscheide dich jetzt. Sofort! Du nickst. Gut, dann soll es so sein! Ich verschließe dich – jetzt!

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Meine Bücher findet ihr zum Einheitspreis von 4,99 Euro bei Beam. Selbstverständlich DRM-frei und durch das PDF-Format kompatibel zu fast allen eBook-Readern, Computern, Tablets und Smartphones. Sinnlich und erotisch: Lesen einmal etwas anders … 😉

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